Dienstag, 23. Februar 2010

Review: Fionn Regan - The Shadow Of An Empire (CD)

Heavenly Records / Cooperative Music

Damit hatte man nicht unbedingt rechnen können: Denn melodisch beschwingt eröffnet Fionn Regan sein zweites Full Length-Album „The Shadow Of An Empire“ – und zieht seinen Stil durch. Ungewöhnlich deshalb, weil das Debütalbum des irischen Songwriters “The End Of History” noch ein fast klassisches Akustik-Album der Marke „One Man And His Guitar“ war. So treffend fatalistisch dessen Albumtitel damals schon war, so findet sich auch im neuen Werk von Fionn Regan ein treffendes Motto.
Zwar weniger zurückgezogen, aber dafür mit viel Verve und Rhythmik geht „The Shadow Of An Empire“ also an den Start und erinnert dabei an eine mitreißende Mischung aus erklärender Lebensweisheit in Bob Dylan-Pose und gleichzeitig schnoddrig-fahriger Moneybrother-Attitüde. So steht nicht mehr die kahle, isolierte Melodramatik der Gitarre im Vordergrund sondern ist vielmehr der atmosphärisch-bedingte Instrument- und Stileinsatz pro Song das Konzept der Platte. Zwischen Folk und klassischem Gitarren-Rock schwingen da Jazz, Glam, etwas Rock´n´Roll und allerlei Sound-Spielereien im locker geschnürten Americana-Themenkorsett mit. Weniger naturalistisch also, sondern mit mehr Fleisch an den Rippen präsentieren sich die zwölf Songs, die neben ihrer (von Regan wieder höchstpersönlich übernommenen) guten Produktion auch durch die schnodderigen bis zuweilen bissigen Lyrics bezaubern.
Somit ist Fionn Regan mit „The Shadow Of An Empire“ nicht nur ein rundum stimmiges Album gelungen, sondern dokumentiert gleichzeitig auch noch seine große persönliche und künstlerische Entwicklung: Vom einsam-inspirierten Singer/Songwriter in frugaler Soundkulisse zum ausgereiften Vollblut-Musiker mit Unterhalter-Qualitäten.

Montag, 22. Februar 2010

Donots: Video zur Single "Calling" und Tourdaten für 2010

Das neue Album der Donots mit dem Titel “The Long Way Home” ist fertig und steht in den Startlöchern. Und als erstes Schmankerl gibt es ab sofort das neue Video zur ersten Singleauskopplung “Calling” zu bestaunen.



Nach dem durchschlagenden Erfolg der letzten Donots-Single “Stop The Clocks” ist “Calling” das erste neue Lebenszeichen in anderthalb Jahren, und eines wird sehr schnell klar: Dieser Song ist wieder ein großer Ohrwurm und hat echtes Hitpotential. Punkpop mit ganz viel 80er-Wave-Anleihen und ein Refrain, der sich festsetzt. Einen derart offensiven Tanzflächenkracher kriegen so nicht viele deutsche Bands hin. Aber die Donots schaffen inzwischen auch Dinge, von denen andere nur träumen können, und das tun sie mit unvergleichbarer Schnoddrigkeit, Wärme und Sympathie.

Und wer sich live von den Qualitäten der fünf Herren überzeugen mag, der hat im Frühjahr/Sommer 2010 ganz oft die Gelegenheit dazu. Hier die Daten zur Donots Tour 2010:

Donots "The Long Way Home" Tour 2010
08.04.2010 GER Hamburg, Knust
09.04.2010 GER Krefeld, Kulturfabrik
10.04.2010 GER Köln, Gloria Theater
11.04.2010 GER Frankfurt, Batschkapp
16.04.2010 GER Berlin, Lido
21.04.2010 GER Leipzig, Werk II
22.04.2010 GER Nürnberg,Hirsch
23.04.2010 GER München, 59:1
24.04.2010 GER Stuttgart,Universum
25.04.2010 GER Bielefeld, Forum
29.04.2010 GER, Hannover, Musikzentrum
30.04.2010 GER Dortmung, Rock in den Ruinen
01.05.2010 GER Karslruhe, Substage
06.05.2010 AUT Wien, Flex
07.05.2010 AUT Linz , Posthof
08.05.2010 AUT Graz, PPC
21.05.2010 AUT Attnang Puchheim, Pfingstfestival
13.05.2010 SUI Sommercasino, Basel
14.05.2010 SUI Salzhaus, Winterthur
15.05.2010 SUI Kofmehl, Solothurn
28.05.2010 GER Stadtallendorf (Nähe Marburg), Hessentag
18.06.2010 GER Neuhausen Ob Eck, Southside Festival
20.06.2010 GER Scheeßel, Hurricane Festival

Sonntag, 21. Februar 2010

Broken Social Scene: Song vom neuen Album "Forgiveness Rock Record" zum Download

Letzte News aus dem Hause Broken Social Scene: "Forgiveness Rock Record" lautet der Titel des neuen Werks des kanadischen Kollektivs um Kevin Drew und Brendan Canning, das am 30. April bei City Slang erscheint.

Produziert wurde das Album von John McEntire (Tortoise) in den Soma Studios in Chicago, sowie zwei weiteren Studios in der Heimatstadt Toronto. "World Sick" ist der Titel der ersten Nummer, die Fans ab sofort auf der Website der Band kostenlos herunterladen dürfen: Knapp über sechs Minuten Broken Social Scene zum Anwärmen für ein grandioses Nachfolgewerk zu dem 2005 erschienen selbstbetitelten Album.

Freitag, 19. Februar 2010

Bratze: Neues Video und Tourdaten für 2010

Das neue Bratze-Video zu "Ohne das ist es nur noch laut" ist ab sofort im ByteFM-Blog zu finden. Da steigt einmal mehr die Vorfreude auf das Album "Korrektur nach unten" (VÖ 19.03. auf Audiolith). Passend dazu gibt es gleich eine ganze Packung an Tourdaten zur anstehenden Bratze-Tour 2010:

Bratze "Korrektur nach unten" Tour 2010
18.03.2010 Hamburg, Hafenklang
19.03.2010 Kiel, Weltruf
31.03.2010 Osnabrück, Glanz & Gloria
01.04.2010 Bremen, Tower
02.04.2010 Bochum, Untergrund
03.04.2010 Aachen, AZ
04.04.2010 Trier, ExHaus
05.04.2010 Landau, Fatal
06.04.2010 Heidelberg, Teufel
07.04.2010 Erfurt, Unicum
08.04.2010 Dresden, Beatpol
09.04.2010 Chemnitz, Talschock
10.04.2010 Lübeck, Treibsand
22.04.2010 Hannover, Indiego Glocksee
23.04.2010 Leipzig, Absturz
24.04.2010 Berlin, Bang Bang Club (Motor Party)
25.04.2010 Cottbus, Muggefug
26.04.2010 München, Atomic Cafe
27.04.2010 Gießen, AK 44
28.04.2010 Saarbrücken, Garage
29.04.2010 Freiburg, White Rabbit
30.04.2010 Wiesbaden, Schlachthof
01.05.2010 Würzburg, Cairo Hoffest
28.05.2010 Kassel, Frühlingsfest
29.05.2010 Lingen, Abifestival

The XX: Rest der Europatournee leider abgesagt!

Traurige Sache - deswegen unkommentiert hier die Pressemeldung: The XX müssen leider die Absage ihrer restlichen Europatourdaten mitteilen, da der Vater von Romy Madley Croft bedauerlicherweise heute verstorben ist. In Deutschland betrifft dies die beiden Daten in München und Köln:

The XX Tour 2010
25.02.2010 München, Tonhalle [ABGESAGT!!!]
27.02.2010 Köln, E-Werk [ABGESAGT!!!]

Eine Entscheidung über die weiteren Liveaktivitäten von The XX wird in Kürze getroffen. Bis zur Bekanntgabe dieser behalten die Karten ihre Gültigkeit für die möglichen Nachholtermine.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Fettes Brot: Single-Auskopplung und Video zu "Kontrolle"

So, die Promo-Maschine zu den neuen Fettes Brot-Live-Alben (Fettes / Brot - 2 Alben an 1 Tag, 26.02.2010) läuft auf Hochtouren - da ist sich König Boris nicht mal zu schade, in einer Casting-Show den Jury-Kaspar zu machen. Abgesehen davon kommt mit der ersten Single-Auskopplung „Kontrolle“ hier das Regie-Debüt von Björn Beton / Fettes Brot aus dem kommenden Fettes Brot-Album „Brot“! Bitteschön:


Dienstag, 16. Februar 2010

20.02.2010, Zentralcafé/K4 (Nürnberg): Sellfish - Das Festival mit Shokei, We Fade To Grey und Ibsen

Pure Vernunft darf niemals siegen, wussten schon Tocotronic zu berichten und als sich ein paar Leute vor einigen Jahren überlegt haben ein Online Musik Magazin zu gründen und das dann auch noch „Sellfish“ zu nennen, war garantiert keine Vernunft im Spiel und das war gut so. Über acht Jahre später ist Sellfish nicht nur ein Online Musik Magazin, sondern auch ein DJ-Kollektiv, eine regelmäßige Tanzveranstaltung (sellfish tanzt) und ein Pool an RadiomacherInnen (Radio Z und ByteFM).

Viele Menschen in unserem Dunstkreis wissen gar nicht mehr, wie alles anfing: Nämlich mit Punk und Hardcore und den Gepflogenheiten der Genres. D.I.Y., vernetzen usw. usf. Ohne dass wir nun irgendeine alte Fackel hochhalten oder seufzend von der guten alten Zeit reden wollen - denn das können andere viel besser und authentischer - möchten wir für einen Abend mal wieder zu unseren (musikalischen) Wurzeln zurückkehren, ohne dass das nun arg rückwärtsgewand klingen soll.

Wir haben deshalb mit Shokei, We Fade To Grey und Ibsen drei fantastische und sehr unterschiedliche Post-Hardcore-Kapellen eingeladen. Wir werden vorab auf besonderen Wunsch der Bands batiken (also bringt T-Shirts mit!) und anschließend gibt es noch eine zünftige Aftershowparty, die sich musikalisch irgendwo zwischen Indie und Elektro - natürlich aber auch Hardcore und Punk - verorten lässt. Auf und an den Plattentellern drehen sich Quirin (Zurück zum Beton!), Basti (Art Vandelay Industries), Robbie Roboter (Signale) und Sebastian (sellfish tanzt).

Sellfish - das Festival
präsentiert von Radio Z & curt
Samstag, 20.2.2010
K4 / Zentralcafé

live: Shokei + We Fade To Grey + Ibsen
davor: Batik-Workshop
danach: Disco mit Quirin (Zurück zum Beton!), Basti (Art Vandelay Industries), Robbie Roboter (Signale) und Sebastian (sellfish tanzt)

Batikworkshop: 19 Uhr // Konzert: 21 Uhr // Aftershowdisco: 24 Uhr

P. S.: Wer beim Batiken mitmachen will, kommt im Idealfall um 19 Uhr (etwas später ist natürlich auch noch drin), bringt ein Shirt mit und gibt bis Mittwoch, 17.2.2010 Bescheid, damit wir ein bisschen besser planen können, wie viel Farbe usw. wir einkaufen müssen.

Danko Jones: Neues Album "Below The Belt" und auf Tour

Gute Nachrichten von Danko Jones: Neben ihrem Support für Guns N'Roses und Sebastian Bach tourte das Trio nicht nur durch die großen Arenen Kanadas - nein, es gibt auch endlich wieder ein neues Album zu verkünden.

Das neue Werk mit dem Titel "Below The Belt" wird am 14.05.2010 veröffentlicht und ist nach Aussage der Band "das bisher beste ihrer ganzen Karriere". Solch markige Sprüche zeugen von großem Selbstbewusstsein und lassen gleichzeitig einiges erhoffen - hängen dafür aber auch Meslatte umso höher. Produziert wurde das Album von Matt DeMatteo, der sich bereits für die Vorgängeralben “We Sweat Blood” und “Sleep Is The Enemy” verantwortlich zeigte. Man darf also gespannt sein.

Übrigens werden Danko Jones nach langen Monaten der Abstinenz mit Ihrem neuen Album "Below The Belt" auch endlich wieder für einige Konzerte nach Europa kommen, hoffentlich um an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen!

Montag, 15. Februar 2010

Mumford & Sons sind zurück: Die Tourdaten für 2010

Gute Nachricht: Mumford & Sons zieht es zurück in die Konzerthallen Deutschlands! Nachdem Mumford & Sons mit "Sigh No More" eines der besten Debütalben der letzten Jahre hingelegt haben und von Kritikern und Fans euphorisch abgefeiert wurden, war es nicht verwunderlich, dass alle Termine der letzten Tour im Nu ausverkauft waren. Wer es geschafft hat, eine der begehrten Tickets zu ergattern, wurde Zeuge dieser unglaublich intensiven musikalischen Erfahrung, die schon in der Anlage zuhause für Gänsehaut sorgt - und live ein echtes Erlebnis sein wird.

Zum Glück sind Mumford & Sons jetzt zurück und man kann sich wohl darauf verlassen, dass der Run auf die Tickets ähnlich wie bei der letzten Tour sein wird. Hier also schnell die Tourdaten für Deutschland notieren:

Mumford & Sons Tour 2010
14.04.2010 Köln, E-Werk
15.04.2010 Berlin, Astra
16.04.2010 München, Backstage
18.04.2010 Hamburg, Übel & Gefährlich

Samstag, 13. Februar 2010

Review: Tony Sly - 12 Song Program (CD)

Fatwreck / SPV

Eigentlich war es ja schon vor gut fünf Jahren abzusehen: Tony Sly, bekanntlich Frontman und Chefdenker der Punkrock-Legenden No Use For A Name, hatte mit Joey Cape (Lagwagon) ein - im wahrsten Sinne des Wortes - Akustik-Album ihrer größten Hits aufgenommen und bewiesen, dass in so manchen Punkrocker ein größeres Songwriter-Talent steckt als einige selbsternannten Songtüftler da draußen vermuten mochten.
Fast hätte man meinen können, dass es nach dem "Acoustic"-Split-Album nicht mehr besser ginge und ein Full Length-Album als Solokünstler vielleicht eher ein Wagnis darstellen würde - aber diese Sorge war unbegründet: Denn Tony Sly´s Debüt "12 Song Program" ist ein herzerfrischend-schönes aber dennoch akzentuiertes Album an der Schnittstelle zwischen Folk, Pop und klassischem Songwriter-Handwerk geworden: Nur mit seiner Gitarre ausgestattet und begleitet von klassischer Instrumentierung sowie flankiert von eingestreuten weiblichen Backvocals, liefert Sly ein Dutzend beeindruckender Songs ab, die vor allem durch ihre Melodien, die einfachen aber authentischen Lyrics und den warmen Sound der eingängigen Vocals bestechen.
Und wieder einmal zeigt sich Tony Sly´s unglaubliches Händchen für meldodieschwangere Harmonien, die fast konzeptartig in verschiedensten Songideen ihren Widerhall finden. Derart reichhaltig geht es vom beschwingten „Via Munich“, über das bedächtige „AM“ zum fast schon McCartney-artigen „Lovesick Love“.
Spätestens wenn sich wie im letzten Song „Fireworks“ Sly´s Stimme erhebt, anschwillt und als grandioser Song mit Gefühl zerschellt - dann ist klar, dass "12 Song Program" kein Nebenprodukt eines übermotivierten Bandleaders ist, sondern vielleicht der Anfang von etwas richtig Großem. Eben keine pseudo-melancholische Schrammelsongs, sondern aufgeweckte, ergreifende Nummern, die vielleicht nicht durch hohe lyrische Poetik ins Schwarze treffen, aber dafür durch ehrliche Emotionen und Handarbeit. Eben doch Punkrock irgendwie.

P. S.: Nach einigem Suchen in den Tiefen des Sellfish-Archivs habe ich meine Review zum damaligen „Acoustic“-Album gefunden - und die gilt auch hier und jetzt erst recht.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Review: Kiss - Kissology Vol. 3: 1992-2000 (5 DVDs)

Edel / Eagle Rock

Oha, mit Kiss hatte ich bis dato kaum was am Hut und bin eigentlich nur medial vorgeprägt: Aber was soll man schon denken, wenn sich ein paar gealterte Glamrock-Helden mit luftiger Mähne und ulkigen Schminkritualen medienwirksam zu einer Reunion entscheiden. Das war 1996.
Genau hier schlägt Vol. 3 der ambitionierten „Kissology“-Reihe auf, die eben diese Zeit zwischen 1992 und 2000 beleuchtet. Auftakt der fast zehnstündigen (!) Kiss-Vollbedienung (vier DVDs plus Bonus-Disc) bildet das 1992er Konzert im „Palace Of Auburn Hill“ aus der „Revenge“-Tour in Detroit: Ganz ohne Schminke, mit guter Tonqualität und für die damaligen technischen Mittel okayer Bildqualität, liefern Kiss eine astreine Performance mit einem gelungenen Querschnitt ihres bekannten Song- und Hitrepertoires ab. Ungeschminkt ist zwar etwas ungewohnt - gerade für mich als Kiss-Frischling - bildet aber über einen netten „Behind The Scenes“-Ausflug die Brücke zum ebenfalls unmaskierten aber tatsächlich fantastischen MTV-Unplugged-Auftritt der Band in den New Yorker Sony Studios aus dem Jahr 1995.
Beschlossene Sache war da wohl schon die Reunion, die in der Kissology Vol. 3 dann auch im Mittelpunkt steht und mit zwei Konzerten aus der gleichnamigen Tour (1996) in Detroit und New York entsprechend abgefeiert wird. Es stellt sich allerdings schon die Frage, warum die Macher der DVD mit der Show aus dem Tiger Stadium in Detroit, genau das Konzert gewählt haben, bei dem das Filmmaterial gelinde gesagt suboptimal ist: Eine abgefilmte Screenwall des Konzerts taugt nur bedingt als Live-Erlebnis. Ebenso fraglich ist, warum die chronologisch nachvollziehbare (und bild-/tonqualitätsmäßig um Längen bessere) Reunion-Show aus dem Madison Square Garden in New York auf der Bonus Disc gelandet ist und - um die Verwirrung komplett zu machen - anstatt dessen lieber der 1998er Auftritt im Dodger Stadium zweigeteilt und auf Disc 3 gesplittet wurde. Im Namen aller Fans der Musik-DVD: Autsch!
Eigenwillig scheint auch die Entscheidung, dafür lieber auf Disc 4 den ersten gefilmten Kiss-Auftritt vom Dezember 1973 aus dem Coventry-Club in Queens anzubieten - zumal die Qualität naturgemäß richtig grottig und fast unzumutbar ist. Eher also für echte Fans und aus bandhistorischer Sicht interessant als tatsächlich ein Genuss. Schade ist außerdem, dass auf keiner der Discs ein Menü zu finden ist oder einzelne Kapitel anzuwählen sind, stürzt man so doch ohne Vorwarnung oder Auswahlmöglichkeit von einem Song bzw. Konzert zum nächsten.
Von diesen Spitzfindigkeiten mal abgesehen ist Kissology Vol. 3 ohne große technischen Schick-Schnack drumrum ein idealer Einstieg und somit genau für die Leute interessant, die wie ich - aus welchen Gründen auch immer - mit Kiss vorher nicht wirklich was zu tun hatten: An der energiegeladenen Performance, das Hit-Arsenal und der beeindruckenden Show kann es nicht gelegen haben. Für alle Fans ist Teil 3 der Kissology-Reihe eine Auswahl echter Band-Höhepunkte: Reunion, Unplugged-Auftritt und Material vom ersten gefilmten Auftritt. Da heißt es zugreifen - auch weil der Preis für dieses Kiss-Overload-DVD-Set in der hochwertigen Aufmachung mehr als moderat ist.

Dienstag, 9. Februar 2010

Fettes Brot: Album, Video und Download-Single "Jein 2010"

Machen wir es kurz und knackig: Hier kommt das fantastisch-abgedrehte, neue Video zur 2010-Fassung des Hits „Jein“ aus dem kommenden Fettes Brot-Album „Fettes“. Ab 12.02.2010 gibt es "Jein“ dann auch als Download-only Single.

Und getreu dem Motto "2 Alben 1 Tag" ist neben "Fettes" auch "Brot" ab dem 26.02.2010 in den Plattenläden der Republik und allen bekannten Downloadstores erhältlich.

Freitag, 5. Februar 2010

Review: Lostprophets - The Betrayed (CD)

Visible Noise / Sony Music Entertainment

Wie die Zeit vergeht: Es ist tatsächlich schon fast sechs Jahre her, als es eine damals unbekannte Band aus Wales mit ihrem Album "Start Something" schaffte, praktisch aus dem Nichts das No-Go-Genre "Nu-Rock" vorzeigbar umzustülpen. Das hitbeladene zweite Album der Lostprophets kam aus dem Nichts und explodierte förmlich vor Kreativität, Dichte, Härte und Melodien: Die Mischung aus Metal, Rock, Synthie-Pop und Screamo-Elementen war unheimlich - und genial.
Was danach kam, war leider nicht so ganz rühmlich: Zwei eher laue, alternativ-rockige Alben der etwas unbedeutendender Sorte sorgten dafür, dass die Lostprophets Gefahr liefen sich langsam auch von meinem musikalischen Radar zu verabschieden. Nach drei Jahren sind die (inzwischen auf sechs angewachsenen) Waliser nun zurück - und auch zu alter Stärke gelangt.
Sicherlich ist das neue Abum "The Betrayed" nicht mehr mit "Start Something" zu vergleichen, dazu haben die Lostprophets eine zu lange Entwicklung durchlaufen: Aber immerhin sind zwei Elemente wieder zurückgekehrt: Der energiegeladenen Sound und das Händchen für die nötige Härte. Während der Opener noch etwas gefällig daherkommt, holt das nachfolgende "Dstryr/Dstryr" schonmal ordentlich den Knüppel raus. Geblieben sind auch die atmosphärisch-poppig anmutenden Synthie-Teppiche, die insbesondere von Sänger Ian Watkins gerne als Intro/Outro und Spielwiese genutzt werden, um anschließend loszubrechen. Leider ziehen die Lostprophets diese Linien aber auch nicht auf ganzer Länge durch: Songs wie "Streets Of Nowhere" sind einfach unnötig poppig und unrelevant geraten, dass sie es genauso gut auch hätten bleiben lassen können. Entschädigt werden gerade Hörer aus den frühen Jahren mit "Next Stop, Atro City", das mit überschlagenden Vocals, Screamo-Attacken, Metal-Riffs und Aggressivität diesen unvergleichlichen Lostprophets-Sound ausmacht. Da fühlt man sich doch fast schon um Jahre zurückversetzt.
Insgesamt also eine deutliche Steigerung zu den vergangenen Werken, weil die Lostprophets auf "The Betrayed" wieder ihrer Kernkompetenz frönen: Fast schon achronistischer Alternative-Metal mit Pop-Appeal und Post-Hardcore-Reminiszenz. Nicht mehr unheimlich, vielleicht auch nicht mehr genial - aber dafür richtig gut.

Dienstag, 2. Februar 2010

Review: Cold War Kids - Behave Yourself (EP)

Cooperative / Universal

Ach, was hat sich die Szene-Journalie doch die Finger wundgebloggt über die Cold War Kids aus Kalifornien: Ihr christlich-verwässertes Debüt "Robbers And Cowards" (2007), das (deshalb) viel beachtete aber dennoch schwerlich einzuschätzende Nachfolgewerk "Loyalty To Loyalty" (2008) und der ganze Internet-Hype, die Vorschusslorbeeren und vielfältige Referenzen zu ähnlich-gepushten Bands wie Clap Your Hands Say Yeah! oder Vampire Weekend obendrein.
Seitdem sind zwei Jahre ins Land gegangen, es gibt neue Hypes, neue Indie-Helden und Szene-Gurus. Und die vier Jungs von Cold War Kids? Die knüpfen genau da an, wo sie mit ihren ersten EP´s aus den Anfangsjahren aufgehört haben: Blues, Rock, Folk und dazu die ganze Indie-Pop-Klaviatur der letzten Jahrzehnte, die erst mit Nathan Willett´s eigenwilliger und eindringlicher Stimme zu diesem großen, ganzen Gesamtkunstwerk wird.
Entstanden sind die fünf Songs von der jetzt veröffentlichten EP "Behave Yourself" irgendwann zwischen den Aufnahmen zu "Loyalty To Loyalty" und dem vergangenen Jahr. Aber herausgekommen ist eben etwas anderes: Der Sound ähnelt wieder mehr dem aus den Anfangstagen: Etwas ruhiger, zurückgezogener, stiltreu und stringent wird auf der EP der Blues und Folk wieder mehr in den Vordergrund gekehrt. Und - das kann man kurz machen -, das gefällt. Somit ist "Behave Yourself" nicht nur eine gute Nachricht für Fans der ersten Stunde und ein Fingerzeig für das anstehende Album, sondern auch ein positives Indiz für ein beachtenswertes Comeback der Cold War Kids.

Montag, 1. Februar 2010

Broken Social Scene: Neues Album erscheint im Mai 2010

Wunderbare Nachrichten aus dem Hause City Slang: Anfang Mai erscheint ein neues Album von Broken Social Scene - das erste seit 2005! Produziert wurde das bis zum jetzigen Zeitpunkt noch unbetitelte Werk von John McEntire (Tortoise) in den Soma Studios in Chicago, sowie zwei weiteren Studios in der Heimatstadt Toronto.

Nach jahrelangen Touren und Solo-Ausfluegen von Kevin Drew und Brendan Canning, fand sich der Kern des kanadischen Kollektivs - bestehend aus Kevin Drew, Brendan Canning, Justin Peroff, Charles Spearin, Andrew Whiteman und Sam Goldberg - Anfang 2009 zum gemeinsamen Songschreiben in Toronto zusammen.

Zudem schauten diverse ehemalige Mitglieder von Broken Social Scene im Studio vorbei, so dass sich die Liste der Gastauftritte entsprechend lang und beeindruckend liest: Leslie Feist, Amy Millan und Evan Cranley (Stars), Emily Haines und Jimmy Shaw (Metric), Jason Collett, Ohad Benchetrit, John Crossingham, Marty Kinack, Leon Kingstone, Julie Penner, sowie Sam Prekop (The Sea and Cake), John McEntire, Sebastian Grainger und Jason Tait (The Weakerthans).

P. S.: Im Mai spielen Broken Social Scene einige ausgewaehlte Shows in Europa, darunter ein einziges Deutschlandkonzert in Köln (19.05.2010, Bürgerhaus Stollwerck).

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