Freitag, 24. April 2009

Bob Dylan - Together Through Life (CD)

SonyBMG

Um ehrlich zu sein hatte ich bis dato zu Bob Dylan keine große Verbindung: Keines seiner Alben fand bisher den Weg in mein CD-Regal, und so richtig präsent war seine Musik in meiner Wahrnehmung auch nicht.
Sicher, als großartigen Singer/Songwriter und Künstler hat er immer in meinem musikalischen Universum eine Rolle gespielt, aber bis heute schien mir sein Schaffen mit sage und schreibe 45 Alben (davon 32 Studioalben) zu abschreckend groß und übermächtig. Wo bitte soll man da anfangen?
Umso erfreuter bin ich aber, dass ich mit seinem neuen Album "Together Through Life" einen gelungenen Einstieg gefunden habe. Denn die zehn Songs überzeugen durch ihre gelungene Mischung aus zurückgezogenem Rock und Blues, der mal mehr mal weniger folkloristisch vorgetragen wird. Atmosphärisch fühlt man sich in eine dunkle, heruntergekommene Kneipe irgendwo in Mexiko versetzt. Fast als hätte man Dylan vor seinen eigenen Augen: In der Hand ein Glas Whiskey, mit schrammeliger Gitarre, lässig ein paar Musiker um sich rum, mit denen er sich mit seiner knorrigen, krächzigen, knorzigen Stimme von Song zu Song swingt. Ein bisschen Tom Waits, ein bißchen mehr Neil Young und richtig viel Leonard Cohen.
Textlich hat sich Dylan übrigens der Hilfe von Grateful Dead-Songwriter Robert Hunter bedient, eingespielt wurde der Nachfolger nach "Love and Theft" (2001) und "Modern Times" (2006) von seiner Tourband und einigen Gastmusikern. Natürlich entsteht auch durch den Einsatz von Banjo, Akordeon, Mandoline und einer Menge anderer Instrumente dieser so autenthische und kauzige Sound, der die relaxte Stimmung von "Together Through Life" bestimmt. Umso erstaunlicher ist dieser Effekt, weil es eigentlich ziemlich einfach aufgebaute Songs sind, die Bob Dylan hier auftischt - aber in ihrer handwerklichen Umsetzung entfalten sie in ihrer Authenzität eine unglaubliche Dichte und Präsenz. Ein Album wie aus einem Guss, das insbesondere durch seine Unaufgeregtheit und Atmosphäre den Hörer fesselt. Das wirkt fast schon ein Konzeptalbum.
Was bin ich froh, dass ich mit diesem großen Album endlich am künstlerischen Werk Bob Dylans teilhaben durfte. Ab sofort hat Dylan in meinem musikalischen Bewusstsein den Platz, den er eigentlich schon viel früher hätte haben sollen.

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