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Mittwoch, 11. Dezember 2013

WTF: Weihnachtswahnsinn trifft Fußball-"Fankultur"

Ich bin sprachlos, was sich der Durchschnittsdeutsche so alles einfallen lässt, um sein Auto immer wieder aufs Neue "aufzuhübschen"...

Deutschlandfahnen zu jedem noch so unerheblichen Sportevent und das Logo des Lieblings-Bundesligavereins erträgt man ja schon mit einer gewissen Abgestumpftheit - aber der Anblick dieses "saisonal dekorierten" Autos auf dem Supermarktparkplatz ist tatsächlich der traurige Höhepunkt des ganzen Elends.

Eindeutig das erste (und damit allen Ehren gerecht werdende) WTF auf lifesoundsreal.de:

Weihnachtswahnsinn trifft Fußball-"Fankultur"
© www.lifesoundsreal.de
 

Mittwoch, 31. Juli 2013

1. Todestag von Tony Sly: Tribute-Compilation am 29.10.2013, Einnahmen zugunsten "Tony Sly Memorial Fund"

Es ist genau ein Jahr her als mich diese Nachricht schier umgeworfen hat  - so unglaublich war sie: Tony Sly, der Sänger meiner absoluten Lieblings-Punkrock-Band "No Use For A Name" und begnadeter Songwriter, verstarb am 31. Juli 2012 im Alter von 41 unter bis heute ungeklärten Umständen.

Das Label "Fatwreck" ehrt nun mit einem eigenen Tribute-Album die Verdienste und Künste von Tony Sly. Am 29. Oktober 2013 wird das Album "The Songs of Tony Sly: A Tribute" erscheinen, auf dem die bekanntesten Mitglieder und Freunde aus der Fatwreck-Familie die kongenialen Songs des Künstler neu interpretieren und so ihre Ehre zu erweisen.

Alle Einnahmen aus der Veröffentlichung der Compilation gehen zugunsten des "Tony Sly Memorial Fund". Das Line-Up der Tribute-CD liest sich wie das "Who is who" der Punkrock-Szene: Mad Caddies, Strung Out, Rise Against, Bad Religion, NOFX, Snuff, Lagwagon, Pennywise, Alkaline Trio, The Gaslight Anthem, Swingin’ Utters, Anti-Flag u.v.m.

Die ganze Pressemeldung von Fatwreck im englischen Originallaut findet ihr hier:

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Besonders dreist: Telekom nutzt lange Lieferzeiten beim iPhone 5 um die Preise zu erhöhen

Das ist schon ein starkes Stück: Während die meisten Kunden noch auf das neue iPhone 5 warten, weil Apple mit der Lieferung nicht nachkommt, erhöht Telekom in der Zwischenzeit mal ganz dreist die Preise. Nicht, dass wir uns schon genug mit der Telekom und dem iPhone 5 rumgeschlagen hätten.

Telekom hat die Einmalpreise für Kunden die beim Kauf eines iPhone 5 einen 24-Monatsvertrag in einem der Complete-Mobil-Tarife abschließen wollen um jeweils 30 Euro erhöht. Die sogenannte Subventionierung der Apple-Smartphone wird bei der Telekom somit langsam zur Farce: Denn wer seinen günstigen Vertrag in einem Complete S, M oder L-Tarif verlängern möchte oder einen Neuvertrag abschließt, muss somit bei der kleinsten iPhone-Version in Schwarz und mit 16GB stolze 379,95 Euro selbst aufbringen. Zum Vergleich: Im Apple-Store kostet das kleinste iPhone 5 aktuell ohne Vertrag bereits "nur" 679 Euro und ist dazu noch ohne SIM-Lock.

Noch dazu werden Kunden, die das neue iPhone 5 direkt beim Hersteller ordern auch noch schneller an das heiß begehrte Smartphone kommen. Denn laut Apple-Webseite beläuft sich dort die Lieferzeit auf ca. 3-4 Wochen. Bei der Telekom dagegen lässt man sich diesbezüglich zu keiner Prognose mehr hinreißen: Laut Aussage meherer Shop-Betreiber warte man dort "auf die nächste große Lieferung". Und das schon seit mehreren Wochen.

Liebe Telekom, die Preiserhöhung ist nicht nur besonders dreist sondern auch eine echte Verarschung von Kunden, die aktuell zwar gerne das iPhone 5 haben wollen, es aber aufgrund der Vertragsbestimmungen noch nicht bestellen können. Zumal es keinen ersichtlichen Grund für eine Preiserhöhung gibt, hat man doch die Höhe der Zuzahlung im Vergleich zum iPhone 4 und iPhone 4S mit dem neuen Modell schon deutlich erhöht.

Echt traurig, was sich die Telekom hier leistet. Aber mit den treuen Apple-Jüngern lässt sich scheinbar alles machen. Denn sie sind ja bekanntlich besonders leidensfähig - nicht nur was Lieferzeiten angeht, sondern auch die Preisgestaltung. Das kann man sich als Mobilfunkkonzern nur allzu gern zu Nutzen machen. Dreister geht´s nicht.

Montag, 8. Oktober 2012

Hey, Telekom! Hey, Apple! Wenn das iPhone 5 nicht bald lieferbar ist, könnt ihr´s behalten!

Dank trickreicher Jonglage meines Alt-Vertrages hätte ich die Möglichkeit ab Anfang November mit der Vertragsverlängerung ein (mäßig) subventioniertes iPhone 5 zu bekommen. Theoretisch zumindest.

Nachdem aber weder Apple noch Telekom ihrem eigenen Hype gerecht wird, betragen die Lieferzeiten momentan noch locker 3-4 Wochen. Als krönender Abschluss kann ich aber bei der Telekom das iPhone 5 nicht mal vorbestellen, sondern erst am Tag der Vertragsverlängerung darauf hoffen, dass ich irgendwie bei irgendeinem Telekom-Shop irgendwo noch eines her bekomme. Toller Service, trotz Premierenticket.

Und danke auch an Apple. Wollt ihr nicht oder habt ihr tatsächlich nicht aus dem bekannten Auslieferungsdisaster zu iPhone 4S-Zeiten gelernt?

Aktuell bleibt einem aber anscheind nichts anderes übrig als weiter zu warten. Oder darauf hoffen, das Apple zumindest online oder an seine lizenzierten Händler eine marktgerechte Auslieferung zustande bekommt und somit das iPhone 5 wenigstens frei und ohne SIM-Lock erhältlich wäre.

Die Vertragsverlängerung sausen lassen. So weit habt ihr mich schon. Und wenn das mit der Lieferung nicht bald klappt, könnt ihr euer Ding behalten. Wir sehen uns dann wieder zum iPhone 6.

Edit: Diese Meldung setzt dem ganzen ja wohl noch die Krone auf. Telekom verarscht seine Kunden weiter nach Strich und Faden.

Donnerstag, 2. August 2012

No Use For A Name: Tony Sly ist tot!

Eine traurige Nachricht versetzt seit gestern die Punkrock-Szene in Schockstarre: Tony Sly, genialer Songwriter und Frontmann von No Use For A Name, ist im Alter von 41 Jahren überraschend gestorben.

Das Label Fat Wreck Chords veröffentlichte die traurige Nachricht heute in einer Mitteilung verbunden mit einem Zitat von Labelgründer und NOFX-Sänger Fat Mike: "Einer meiner besten Freunde und liebsten Songwriter ist viel zu früh von uns gegangen. Wir vermissen dich, Tony". Tony Sly ist wohl bereits am 31. Juli 2012 gestorben, weitere Details wurden vorerst nicht bekannt.

Tony Sly stieß 1989 zu No Use For A Name, zwei Jahre nach deren Gründung in San Jose. Legendäre Alben wie "More Betterness", "Leche con Carne" oder "Daily Grind" machten Songwriter Tony Sly und seine Band No Use For A Name neben NOFX zu einer der Größen der Melody- und SoCal-Szene. Neben seinem Soloalbum "12 Song Program" veröffentlichte er mit Joey Cape, Frontman von Lagwagon, zwei Akustikalben. Mit "Sade Bear" war das zweite Soloalbum in Arbeit, und auch ein neues NUFAN-Album war seit 2010 in Arbeit.

Ich persönlich hatte das Glück, No Use For A Name das eine oder andere Mal live zu sehen und habe Tony Sly mit Band bei einem Interview für sellfish.de auch kennen lernen dürfen. No Use For A Name und Tony Sly´s Solo-/Akustik-Alben haben mich über 15 Jahre begleitet, waren die Helden meiner Jugend, haben mich geprägt und werden immer ein wichtiger Teil meiner musikalischen Biographie bleiben. Danke für alles, Tony.

R.I.P
Tony Sly
(4.11.1970 - 31.07.2012)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Interne Springer-Mail: Der Briefkasten-Aufkleber von lifesoundsreal.de hilft gegen die gratis BILD-Zeitung!

Wie schon berichtet, plant der Axel-Springer-Verlag zum Bild-Jubiläum am 23. Juni 2012 die Verteilung einer kostenlosen Jubiläumsausgabe der Bild-Zeitung an ALLE deutschen Haushalte.

Bereits kurz nachdem dieser unverschämte Plan bekannt wurde, hat der Blog „lifesoundsreal.de“ einen entsprechenden Briefkasten-Aufkleber zum Download bereitgestellt, um sich gegen diese unerhörte Werbemaßnahme wehren zu können.

Inzwischen hat sich auch eine große Initiative („Alle gegen BILD“) formiert, um diese Kampagne bestmöglich zu boykottieren. Nachdem aber zwischenzeitlich nicht ganz klar war, was aus rechtlicher Sicht das beste Mittel ist, um die ungewollte Zustellung der Gratis-Bild zu verhindern, klärt uns nun freundlicherweise eine interne Mail aus dem Hause Springer über die beste Methode (und nebenbei über das krude Selbstverständnis des Verlags) auf.

Demnach ist „die unadressierte Bild-Jubiläumsausgabe […] an sämtliche Haushalte zuzustellen. Weil es sich um ein Presseerzeugnis handelt, erhalten auch Werbeverweigerer (Briefkastenaufkleber "Keine Werbung") ein Exemplar.

Es gibt nur zwei Fälle, in denen nicht zuzustellen ist:

  • Anzeigenblattverweigerer (Briefkastenaufkleber "Keine Anzeigenblätter", "Keine kostenlosen Zeitungen", und ähnliches): Diese erhalten kein Exemplar. Im Zweifel ist nicht zuzustellen.
  • "Widersprüchler": Es gibt einige Personen, die gegenüber dem Axel Springer Verlag einer Zustellung der Bild-Jubiläumsausgabe schriftlich widersprochen haben. (…)
Heißt also: Ein Aufkleber mit „Keine Werbung“ reicht nicht aus, da die Jubiläumsausgabe (man glaubt es kaum) ein Presserzeugnis ist (zwar vermutlich ohne jeden redaktionellen Anspruch, aber trotzdem). Hilft also nur ein Briefkasten-Aufkleber mit „Keine kostenlose Zeitung“ oder dergleichen.

Klar ist damit aber auch: Der Anti-BILD-Aufkleber von lifesoundsreal.de hilft! Denn lt. interner Mail ist bei derartigen Aufklebern am Briefkasten „im Zweifel (...) nicht zuzustellen“. Und das sollte bei der Aussage „Ich will keine BILD“ ja wohl gewährleistet sein:
Diejenigen, die direkt beim Springer Verlag oder via „Alle gegen BILD“ einer Zustellung widersprochen haben, dürfen sich auch keine Sorgen machen: Springer versendet an "diese Haushalte (…) taggleich einen adressierten roten Umschlag (Großbrief C4), um sie in der Zustellung erkennen zu können. Überall dort, wo der rote Umschlag zuzustellen ist, darf keine Bild-Jubiläumsausgabe eingeworfen werden."

Komische Werbemaßnahmen erfordern anscheinend noch komischere Mittel um diese tatsächlich durchsetzen zu können.

Freitag, 27. April 2012

Bildersprache: Das neue iPad und ein alter Gag

In Anlehnung an meinen letzten Blogeintrag, habe ich noch mal Photoshop angeschmissen, um dem müden (E)iPad-Gag nachträglich wenigstens etwas Qualität zu verleihen:

Dienstag, 25. Januar 2011

Fundstück: Zeitvertreib mal anders

Was bin ich froh, dass meine Digitalkamera erst kürzlich kaputt ging. Aber es scheint dafür ein paar andere Willige zu geben...

Montag, 24. Januar 2011

Sellfish.de: Abschied ohne Ende

Nun ist es also soweit: Wie schon bereits angekündigt, gibt es das Projekt Sellfish in der uns bekannten Form nicht mehr. Heute ging die endgültige Abschieds- Interims- Seite online - und damit die Ära von Sellfish.de zu Ende.

Auf Sellfish.de finden sich ab sofort ein paar warme Abschiedsworte an unsere Freunde und Leser, Label- und Bookingkontakte, Bands und sonstigen Unterstützer. Aber: Natürlich gibt es noch einen großen Abschiedsknall - und wer jemals auf Sellfish tanzt oder einem von uns veranstalten Konzert war, weiß was einen da erwartet: Herzerwärmende Feierei zwischen professionellem Chaos und Improvisation.

Natürlich behalten wir uns vor, irgendwann in gleicher oder anderer Form Sellfish wieder zu reanimieren. Bis es soweit ist, machen wir weiter mit unserem echten Leben. Und verbreiten uns ganz subtil auf anderen Wegen.

Zum Beispiel via background music, mit neuen Schwerpunkt und Selbstverständnis. Und weiter als DJ-Team in und um Nürnberg, in bekannter Guerilla-Taktik. Oder bei den Kollegen vom Curt-Magazin. Und natürlich hier bei lifesoundsreal, dessen Inhaltsspektrum auch etwas aufgebohrt wurde: Musik steht zwar weiter im Mittelpunkt - ist aber eben nicht alles. Das gilt für´s Leben und für die neuen Inhalte.

Aber genug der Dramaturgie - dann zum Abschied lieber noch einmal eine Retrospektive: Vom Nicht-Designs des Sellfish-Ursprungs (der Inhalt zählt!), über das grandiose Sellfish 2.0, dem einmalig-glänzenden Sellfish-Printmagazin und den letzten Versuchen, die Seite mit Leben zu füllen. Ach, was waren das Zeiten - wenigstens das dicke Sellfish-Archiv bleibt für immer.





Freitag, 21. Januar 2011

Fundstück: Was für kein Schnäppchen bei Hawesko

Mittlerweile dürfte ja klar sein, dass der Handel gerne mal mit Schnäppchen und Angeboten lockt, die gar keine sind. Da wird "20 Prozent auf Alles" gegeben, zum Einkaufspreis verramscht oder theoretische Schnäppchen á la Cyber Monday ausgerufen. An sich weiß der Kunde ja, dass er bei solchen Aktionen wohl selten was geschenkt bekommt und findet sich damit ab - ärgerlich nur, wenn die Ungereimtheiten aber praktisch offensichtlich sind.

So gesehen beim größten Online-Weinhändler Hawesko, bei dem ich auch gerne mal bestellt habe und sowohl mit Angebot als auch Leistung bisher ganz zufrieden war. Anders dürfte es den potentiellen Kunden gehen, die es auf das "Weinpaket Zenete" abgesehen haben. Denn eigentlich scheint das Probierpaket (ein Artikel, mit dem mich Hawesko damals auch als Neukunde geworben hatte) sehr verlockend: Für ingesamt "nur" 79 € (1) gibt es 10 Flaschen (2) spanischen Rotwein á 9,50 € (3) plus einen Weindekanter (4) zum Ladenpreis von 19,90 € - bei angeblichen 114,90 € Ausgangspreis also über 35 € gespart. Klingt gut.

Dumm nur, wenn man mal genauer hinschaut: Man könnte bei Hawesko den gleichen Wein auch für 5,90 € pro Flasche (5) kaufen. Das Schnäppchen-Angebot steht in der Anzeige direkt daneben. Wären also 59 €, die Frachtkosten bleiben eh gleich (erst ab 12 Flaschen wird´s bei Hawesko interessant), dazu noch den Dekanter gerechnet - und schwupps ist man bei 78,90 €. Was ein Schnäppchen dieses Weinpaket doch ist. Das merkt sogar der Internet Browser (6). Prost!

Mal abgesehen davon, dass ein wirklich relevanter Wein (der fängt nunmal bei 10 €/Flasche an) vom Kunden eh besser beim Einzelhändler seines Vertrauens bezogen werden sollte. Da kann man übrigens auch probieren - ganz ohne Schnäppchenschwindel.

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Montag, 2. August 2010

Wortgedanken: "Das Auto." und "Der Keks." - ein Trauerspiel der Kreativität

Entschuldigung, aber das kann es doch nicht sein - wo sind denn die kreativen Köpfe des Landes wenn man sie wirklich braucht. Nicht erst seit dem mindestens so einfachen wie plump-anmaßenden Marken-Claim von Volkswagen ("Volkswagen. Das Auto.") muss man sich doch ernsthaft Gedanken, wenn nicht gar Sorgen, ob der kreativen Einfältigkeit in der Werbebranche machen.

Nicht nur, dass seit Jahren konsequent der Punkt nach dem Claim wie ein selbstgerechtes aber Understatement-heischendes Ausrufezeichen gesetzt wird (mehr über diese nervende Unverschämtheit zu einem späteren Zeitpunkt...) - nein, andere Produktmanager folgen Lemming-artig den tumben Weg des Markenbrandings: Da wird munter das Vorzeigeprodukt zum Prototypen einer gesamten Produktgattung inszeniert. Als gäbe es daneben keinen anderen Hersteller mehr.

Neuestes Beispiel: Leibniz. Die eigentlich biederen Butterkeks-Spezialisten ernennen sich selbst zum Prototypen des Keks-Daseins. Getreut dem Motto "Wir sind der Keks", oder so.



Wo bitte soll das hinführen?! Sehen wir ab sofort noch mehr Werbe-Spots mit ähnlich einfallsloser Selbstbeweihräucherung? Und was hätten wir denn da noch im Angebot: Wahrscheinlich "Nivea. Die Creme." Oder vielleicht "Tempo. Das Tuch." Und am Ende gar "Meica. Das Würstchen."?

Was ist nur mit den frechen, herausfordernden, unverbrauchten, animierenden Slogans passiert. Gibt es neue Marktforschungen, wonach die werberelevante Zielgruppe nicht mehr auf kreative Wortspiele und Claims aus dem großen Kombinationsfeld von S-P-O anspringt?

Rettet das Verb! Denn scheinbar nähert sich die Werbeindustrie einfach einem großen Teil ihres eigenen Klientels an: Nämlich dem unreflektierten Konsum einer möglichst simplen, vorgekauten veröffentlichten Meinung. Da stören zuviele Worte die Message.

"Dumm. Die Werbung."

Mittwoch, 23. Juni 2010

Fundstück: Der Wischmopp und die Mehrzahl-Falle

Bei all dem WM-Hype gehören Kolummnen wie der "Zwiebelfisch" von Bastian Sick zu den erholsamen Ausnahmen im fußballüberschwemmten Internet-Journalismus. Aber selbst der Zwiebelfisch kommt nicht ganz an dem Überthema dieses Sommers vorbei - wenn auch nur in kleinen, aber feinen Randbereichen.

Diesmal kümmert sich Sick um die Schwierigkeiten der Mehrzahlen (?) im deutschen Sprachgebrauch. In einem wahren Schweinsgalopp werden wir über die Plural-Findung fußballafiner Begrifflichkeiten wie etwa die des Autokorsos oder des Torwartes aufgeklärt. Dass dabei auch der Klassiker des Falles "Wischmopp" einwandfrei geklärt wird, ist eine echte Sensation. Seit Jahren grübel ich ob der peinlichst-vorstellbaren Situation im Supermarkt ("Entschuldigen Sie, könnten Sie mir zeigen, wo Ihre Wischmopse... Wischmöpp...") und wische seitdem nur noch mit feuchten Bodentüchern. Wenn Bastian Sick jetzt noch klarstellt, was die Mehrzahl von einem "Grill" ist - dann ist der Sommer gerettet.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Wortgedanken: "Na?" - Die Konversationsunverschämtheit

Schon ewig ärgere ich mich darüber, und mindestens genauso lange will ich schon darüber schreiben: Durch Zufall ist mir ein Artikel bei jetzt.de über den Weg gelaufen, der mir die Arbeit abnimmt und dafür sorgt, dass sich mein Blutdruck weiter normal verhält.

Es geht um die Unverschämtheit des kleinen Wörtchens "Na" als Eröffnungsfloskel - gerne in Kombination mit einem ungehörigen Fragezeichen, oder gar unverfrorenen mit Ausrufezeichen. Aber bevor ich mich hier lange aufrege, zitiere ich einfach den Text von Autor max-scharnigg:

Wenn ich mal aus diesen blühenden Gestaden abberufen werde, daraufhin an der
Himmelspforte vor den Dr. Schöpfer treten müsste und er würde mich dort mit
einem „Na?“ empfangen, dann ginge das schon in Ordnung. Der Gott darf das. Der
hat gewissermaßen qua Amt eine solche Autorität, dass er sich zurücklehnen und
„Na?“ sagen kann und das Menschlein vor ihm erzählt darauf fromm sein ganzes
Lotterleben. Es weiß jedenfalls schon, was gemeint ist. Alle anderen dürfen das
„Na?“ aber eher nicht. Trotzdem hat es heute das „Wie geht’s?“ als das abgelöst,
was nach „Hallo!“ kommt und ist eine Unsitte. Hatte das „Wie geht’s?“ schon
immer einen aufgesetzten amerikanischen Touch, ist das „Na?“ einfach nur
wortgewordene Maulfäule und Kennzeichen von Blasiertheit.

Als solcherart Begrüßter soll man sich gefälligst aussuchen, was auf das „Na?“ zu erwidern ist, es lässt einem schließlich alle Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte man einfach „Ja“ sagen und weitergehen, da hätte man nichts falsch gemacht und wäre nicht mal unhöflich. Es gibt auf „Na?“ eben keine richtige, falsche oder erwartete
Antwort, das macht diese Floskel so unangenehm. Man kann sie sogar nicht mal an
den Na?-Sager retournieren, was bei „Wie geht’s?“ immerhin blendend
funktionierte. Doch selbst wenn man auf das „Na?“ mit der gebotenen Höflichkeit
erklärt hat, woher man kommt und wohin man geht, lässt sich daran schwer: „Und
jetzt also zu dir: Na?“ anknüpfen. Nein, es gehört immer nur dem einen von zwei
und ist deswegen wie ein Pokal beim Tennis, nur dass ein Spieler ihn schon vor
dem Spiel mit auf den Platz nimmt und auf seine Seite stellt.

Das „Na?“ war auch noch nie freundlich gemeint. Strenge Eltern und moralische Kommissare benutzen es seit jeher, wenn einem Lausbuben das Stündlein der Reue schlagen soll. Dazu kommt noch die unfeine körperliche Untermalung des „Na?“. Es ist ein reines Kinnwort, das bedeutet, das Kinn wird dabei gleichzeitig maximal
rausgehängt und hochgerissen. Im Idealfall entfleucht dann das unselige „Na?“ am
Scheitelpunkt der Kinnumlaufbahn – quasi als verbaler Hammerwurf. Solcherart
beworfen, fühlt man alles andere als die Erotik des Smalltalks und darf deswegen
gerne weitergehen, finde ich. Findet Gott sicher auch. (Quelle:
jetzt.de)

Na?! Besser hätte ich es auch nicht formulieren können...

Dienstag, 26. Mai 2009

Wortgedanken: Die Krux mit der Namensgebung für Bars, Kneipen und andere selbsternannte Szene-Treffs

Wie schön: Vor vier Monaten war der erste Teil meiner "Wortgedanken" auch der erste Post in diesem Blog. Ist ja fast ein Jubiläum.

Nun gut, hab ich mich damals noch mit den skurrilen bis zuweilen nervigen Namen für Friseursalons auseinandergesetzt (nein, besser: dieses Drama verarbeitet), trifft es diesmal die Zunft der Kneipen- und Barbetreiber (bzw. diejenigen, die sich dafür halten): Egal in welch' noch so kleines Kaff es einen verschlägt - es trifft einen unverhofft und oft: Die geballte (Pseudo-) Kreativität der Pächter von Bars, Kneipen und sonstigen selbsternannten Szenetreffs. Sind Wortspiele wie "Sonder-Bar" oder "Wunder-Bar" wirklich lustig? Oder gar zeitgemäß? Und am Schluss vielleicht unnötig?

Nunja, während die "Wunder-Bar" in Nürnberg aber immerhin dem Rotlicht-Milieu bzw. der rosa Szene zuzuordnen ist und somit wenigstens etwas aus dem Rahmen fällt, scheinen Bars gleicher Namensgebungkreativität gleichsam austauschbar in allen Teilen dieser Republik wie Pilze aus dem Boden zu schießen (siehe Bild)









Selbst in meiner - inzwischen auch schon etwas länger zurückliegenden - Zeit als Student an der HfWU im ur-schwäbischen Städtchen Nürtingen, das praktisch nur durch seine Studenten am Leben erhalten wird, wurde ich mit einer Szene-Bar der Güteklasse "Schaltbar" konfrontiert. Die Tatsache, dass ich für diesen "Gag" mindestens einen Euro mehr für den Caipi einkalkulieren durfte, machte die Sache nicht wirklich ertragbarer.

Dass kreative Namen nicht immer mit Kundetreue belohnt werden, zeigt das Beispiel des "Koffe-In", ebenfalls in Nürnberg: Da gingen im letzen Jahr die Lichter aus. Ob es am Namen lag? Oder doch an der Lage?

Aber Hoffnung besteht: Ein Wortspiel in der Namensgebung einer Bar muss nicht gleichbedeutend sein mit einem trivialen, schnell totgelaufenen Kneipen-Schenkelklopfer: Da wäre zum Beispiel die "Bar jeder Vernunft" in Berlin, die neben Kaffee auch noch Kunst und Kultur kredenzt. Eine klassi(zisti)sche Mischung also. Oder das Caffehaus "Röst-Bar" in Nürnberg: Ein Konzept, das von mir diesen Sommer mit Sicherheit auf die Probe gestellt wird. Ist ja Ehrensache.

Fazit ist also: Kein achso-kreatives Wortspiel in der Namensgebung einer Bar oder Kneipe garantiert eine ebenso gleichwertige (Nicht-) Qualität. Am Ende entscheidet der Kunde - sowohl geschmacklich als auch inhaltlich. Alles andere wäre ja auch "Untrag-Bar" (Wahnsinn, die gibt´s ja echt noch nicht?! - ist hiermit markenrechtlich auf ewig gesichert), oder?

Donnerstag, 21. Mai 2009

Bildersprache: Wow, was für (k)eine Aussicht!

Es ist doch immer wieder erstaunlich was passiert, wenn zwei gleichstarke Triebe aufeinander treffen. Das Ergebnis ist manchmal verherrend. Relativ anschaulich wird das ganze an zwei urdeutschen Tugenden dokumentiert:

Oberste Pflicht für einen Durchschnittsdeutschen ist es ja - neben den restlichen Lebensaufgaben wie etwa eine Baum zu pflanzen und ein Kind in die Welt zu setzen - ein Haus zu bauen!

Interessant wird es, wenn man an die nächste Charaktereigenschaft des typischen Häusle-Bauers denkt: Mein Eigentum ist mir heilig! Zum Glück hat der Beamtendeutsche dafür das schöne Wort "Einfrieden" erfunden. Und das heißt nicht, dass man seine Nachbarn kaltstellt, sondern umschreibt das exakte Einzäunen des Grundstücks mit Einfriedungen verschiedenster Formen und Farben - was der Baumarkt halt so hergibt. Hier gibt es neben Maschendraht- und Jägerzaun auch noch andere Möglichkeiten wie man das anscheinend genetisch veranlagte Bedürfnis, sich vor den Blicken des Nachbarns oder der Außenwelt zu schützen, befriedigt.

In folgendem Beispiel ist dem Bauherren eine effektvolle Kombination aus verschiedensten Sichtschutz-Elementen gelungen. Bretterwände mit Latten-Ornamentik, ein strategisch günstig gesetzter Grill, ein Hasenstall und eine zurückversetzte Terasse vollenden das Werk. Eine Festung, die wahrlich keine feindlichen Einblicke mehr zulässt.
Wie der Ausblick aus Wohnzimmer oder von der Terasse ist, scheint da wohl Nebensache zu sein. Hauptsache das Eigentum und die Familie ist geschützt. Irgendwie sehr archaisch, oder? Und dumm.

Donnerstag, 19. März 2009

Aus für das Online Musikmagazin Sellfish.de

Das Online Musikmagazin sellfish.de musste leider seine Dienste Anfang März einstellen.

"Wir könnten jetzt wie so viele dieser Tage die Finanzkrise als Grund dafür anführen, doch das wäre natürlich Quatsch, schließlich haben wir mit unserem Webzine nie etwas verdient. Die Begründung ist so einfach wie traurig - die Zeit fehlt.

Die deutlich weniger zeitintensiven Hobbys „auflegen“ und „Radio machen“ möchten wir uns jedoch nicht nehmen lassen. Unsere Sendungen bei
Radio Z (Impulse) und ByteFM (sellfish Mixtape) führen wir weiter, unsere kleine Indiedisco „sellfish tanzt“ ebenfalls. Über sonstige Projekte informieren wir euch weiterhin auf sellfish.de und MySpace."

Jedes Ende bedeutet aber auch ein Neuanfang. Deshalb darf die Empfehlung auf die jeweils neuen Projekte der Sellfish-Redakteure auch nicht fehlen: Neu in der Blogosphäre sind background music, paperindustry und nicht zuletzt auch lifesoundsreal.

Dienstag, 10. März 2009

Christus-Statue in Wassertrüdingen gekippt

Warum nicht gleich so: Der Stadtrat der mittelfränkischen Stadt Wassertrüdingen hat in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit quer durch alle Parteien gegen die 55 Meter hohe Christus-Statue auf dem Hesselberg gestimmt. Stein des Anstoßes für das Kippen des Stadtrats waren die Vorbehalte der beiden Kirchen gegenüber des gigantomanischen Projekts.

Und was bleibt am Ende? Eine krude Idee mit der die Investorengruppe gerüchteweise schon bei der nächsten willigen Gemeinde anklopft, eine herzerfrischende Diskussion und einige Kommunalpolitiker, die sich eine blutige Nase geholt haben. Das sollte allen eine Lehre sein und diese leidige Projekt hoffentlich endgültig begraben. Eine gesunde Stadtentwicklung sieht eben doch anders aus.

Freitag, 20. Februar 2009

Verkauf der Heimat? Eine 55 Meter Christus-Statue in Mittelfranken

Unglaublich, aber wahr: Der kleine Ort Wassertrüdingen in Mittelfranken beabsichtigt tatsächlich eine ca. 55 Meter hohe Christus-Statue als "Touristen-Magnet" an einer Anhöhe aufzustellen. Assoziationen mit der Christus-Statue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro werden da unvermeidlich - und schon der Vergleich mit der Millionenmetropole Brasiliens konterkariert und verbietet eigentlich diese gigantomane, naive Planung. Wortspiele mit dem Namen des Bürgermeisters Günther Babel liegen da auch nicht fern, obwohl er immerhin die Meinung vertritt, dass "die Christus-Figur (...) theologisch gut begleitet werden (muss)" . Warum aber eine 6000-Seelen-Gemeinde tatsächlich meint, durch ein konstruiertes "achtes Weltwunder" ihre eigene wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Identität zugunsten einer Investoren-Blase vollkommen in Frage zu stellen und - in letzter Konsequenz - in ihrer Existenz zu gefährden, bleibt dem am Boden gebliebenen ungläubig staunenden Franken verschlossen.
Auch die Tasache, dass der Investor mit diesem "Projekt" in anderen Kommunen schon abgeblitzt und auf berechtigten Widerstand gestoßen ist, sollte den verantwortlichen Wassertrüdigern zumindest zu denken geben. Immerhin ist die Gemeinde mit der Taktik, das Projekt bis zur entscheidenden, nicht-öffentlichen Ratssitzung geheim zu halten, scheinbar gut gefahren.
Wer auf Gedeih und Verderb versucht, ein Alleinstellungsmerkmal - und damit ein Marketingfaktor - für seine Gemeinde zu finden, der sollte nicht auf eine konstruierte Amerikanisierung des Landschaftsbildes setzen, sondern aus der Historie die wahre Identität des Ortes herausstellen und fördern.
Dem fast schon paranoid wirkenden Drang ländlicher Bereiche nach Übernachtungszahlen und Arbeitsplätzen scheinen heutzutage wohl viele zu schnell zu erliegen - und es wäre tatsächlich ein Wunder [sic!], wenn der Christus-Koloss dieses in Wassertrüdingen bewirken sollte. Den Vorwurf des "Verkaufs der Heimat", wie er von einigen Gegnern formuliert wurde, müssen sich die Befürworter aber gefallen lassen - ganz unabhängig von jeder religiösen Diskussion.

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