Montag, 19. August 2013

Fachartikel: Wie kommen die Effekte in die Musik?

Wer Musik (so wie ich) eher konsumiert und weniger von der technischen Seite betrachtet, hat sich sicher schon einmal gefragt, wie manche Lieder an einigen Stellen so extrem verzerrt klingen können, während sie aber beim nächsten Takt schon wieder ganz klar und definitiv nicht verzerrt rüberkommen.

Die Verzerrung, die man als Zuhörer akustisch zu spüren bekommt, ist meist auf die Gitarre zurückzuführen, man spricht in diesem Fall also von den so genannten Gitarreneffekten. Diese werden durch ein Effektgerät verursacht: Ein elektronisches Gerät, das man an die Gitarre anschließt und in der Lage ist, den Klang des Instruments komplett zu verändern, manchmal bis zur absoluten Unkenntlichkeit.

So kann man hier beispielsweise den Hall einstellen, so dass der Sound definitiv noch nach einer Gitarre klingt, während man zum Beispiel mit einem Phaser oder Synthesizerboxen für die Gitarre das Instrument komplett anders klingen lassen kann. Genaueres über das Effektgerät an sich findet man unter anderem auf Wikipedia.

Bedient werden solche Effektgeräte für die Gitarre oder den Bass beispielsweise mit einem so genannten Fußschalter. Der Name erklärt hierbei eigentlich schon die Funktion dieses Schalters, denn dieser kommt genau dann zum Einsatz, wenn derjenige, der ihn betätigt, mit beiden Händen mit etwas anderem beschäftigt ist, zum Beispiel mit dem Spielen der Gitarre. Da er so den Schalter nur mit den Füßen betätigen kann, ist dieser darauf genau ausgelegt und wird auch nur zu diesem Zweck hergestellt.

Ähnliche Schalter findet man beispielsweise auch beim Betätigen einer Nähmaschine, wo derjenige, der näht eigentlich mit dem Halten des Stoffs und anderen Einstellungen an der Maschine beschäftigt ist, so dass er diese nur mit einem Schalter antreiben kann, den er mit dem Fuß dirigiert.

Doch zurück zur Musik und den Gitarreneffekten: Ob auf der Bühne bei einem Konzert oder zu Aufnahmen im Studio - Effektgeräte gehören mittlerweile zur Standardausstattung für jede Band. Den Anfang nahm die Erfolgsgeschichte solcher Geräte bereits Ende der 1940er Jahre, wobei das Effektgerät eigentlich eher durch Zufall entdeckt wurde, als man versuchte, natürliche Phänomene mit der Gitarre nachzubilden, wie beispielsweise den Hall.

Der Erfinder Harry DeArmond baute damals ein erstes Effektgerät, das schließlich unter dem Namen Tremolo/Vibrato in Serie ging. Ein mit leitender Flüssigkeit gefülltes Röhrchen wurde damals an einer unregelmäßigen Scheibe angebracht, so dass sich die Schaltung rhythmisch öffnete und schloss und dadurch der gewünschte Tremolo-Effekt entstand. Vor den 60er Jahren konnte allerdings noch nicht die Rede einer Massenproduktion solcher Geräte sein.

Erst mit Gitarristen wie Jimmy Page oder Jeff Beck entstanden die ersten Effektgeräte, die tatsächlich speziell für Gitarren geeignet waren. Musiker wie Jimi Hendrix machten in ihren Songs die eigentümlichen Effekte berühmt und somit wollten bald alle Musiker ein solches Gerät in ihrem Besitz haben. Die ersten digitalen Multi-Effektgeräte kamen dann in den 80er Jahren auf den Markt, bei denen eine Vielzahl digitaler Effekte auf einmal genutzt werden konnten.

Besonders für Anfänger lohnt sich ein solches Gerät, da es verhältnismäßig günstig zu haben ist und trotzdem einiges zu bieten hat. Wer sich professionell an Effektgeräte heranwagen will, sollte sich zuvor lieber erst einmal genau bei einem Fachmann informieren, welches Modell am besten passt.

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