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Mittwoch, 13. Januar 2010

Review: V/A - Wrecktrospective (3 CD)

Fatwreck / SPV

Selten hat eine Review soviel Spaß gemacht wie bei Wrecktrospective, dem aus drei CDs bestehenden, vollbepackten Sampler aus dem Hause Fat Wreck Chords: Wer mich kennt, weiß um meine persönliche Demut und Bindung zum Label von Fat Mike (Sänger/Bassist von NOFX) - hat doch sein Händchen für die Entdeckung und Förderung immer neuer, hochklassiger Punkrock-Bands meine musikalische Entwicklung von Beginn an extrem geprägt.
So ist die Tracklist der ersten CD, eine Zusammenstellung der größten Ohrwurm-Hits des schier unglaublichen Fatwreck-Bandroosters, fast wie eine Vertonung meines persönlichen Punkrock-Urknalls ab etwa Mitte der Neunziger: In die undefinierte Masse meines kaum ausgebildeten Musikgeschmacks schlugen Bands wie NOFX, No Use For A Name, Lagwagon oder Propagandhi dermaßen ein, dass sich auf Jahrzehnte alle späteren Band- und Label-Hypes erst einmal an Fatwreck zu messen hatten. Und bis heute ist in diesem Genre noch keiner an diesem vorbei gekommen.
Vielleicht auch weil das Label selbst beispielhaft für den Aufstieg und Niedergang, Gesundschrumpfung und Neufindungsphase der Musik- und Labellandschaft steht. Allein dafür und für ihre Leidenschaft, Leidensfähigkeit und ihr Durchhaltevermögen, gilt es Fat Mike und seinen Fatwreck-Jüngern allen Respekt zu zollen (siehe dazu auch das Vorwort im Booklet).
Einige Bands haben Fatwreck als Startrampe genutzt, das Label gewechselt, sind im weitesten Sinne erfolgreich geworden (Anti-Flag, Rise Against, Descendents oder Randy). Manche sind nach ein oder zwei starken Alben von der Bildfläche verschwunden. Neue Bands wie Dead To Me oder The Lawrence Arms sind hinzugekommen und belegen Fat Mike´s ausgesprochen feinen Geschmacksnerv - immer getreu dem Motto „Wenn mir ein Demo gefällt, nehme ich die Band unter Vertrag“.
Für mich ist dieses 3 CD Box-Set im wahrsten Sinne eine Retrospektive und positive Erinnerung an die „alten“ Tage, in denen Bands wie Face To Face, Mad Caddies, Against Me, Me First & The Gimme Gimmes oder Strung Out mein Leben begleitet haben. Und eben auch weiterhin begleiten werden. Eindrucksvoll bewiesen durch das auffaltbare Booklet als Cover-Art Poster, das in seiner Deckungsgleichheit mit vielen Reihen meines CD-Regals wahre Glücksgefühle auslöst. Übrigens: Der zweite Teil des Samplers mit 28 bisher unveröffentlichten Tracks und die bisher nicht auf CD verfügbare komplette limitierte Fat Club 7''-Serie sorgen für weitere Euphorie.
Und auch bzw. gerade weil mir Wrecktrospective fast wie ein Schlussstrich oder gar Ende von Fatwreck aussieht, gilt diesem Sampler meine komplette Begeisterung und meine unbedingte Kaufempfehlung: Eine neue Standard-Sammlung im Punkrock-Genre – und zu dieser Wertung kommt man sicherlich auch ohne meine persönliche Befindlichkeiten.

Sonntag, 22. November 2009

Review: V/A - Die Verhältnisse Rocken - 10 Jahre Attac (CD)

Rookie Records / Cargo

Attac wird zehn Jahre alt - ein guter Anlass wie man meinen könnte, um ein Zwischenfazit zu ziehen. Nix da! Denn Attac würde sich selbst nicht treu bleiben, wenn man diesen Anlass nicht etwa zur Eigenlobhudelei nutzt, sondern ganz subtil aber bestimmt den Finger in die Wunden der weiterhin runinösen Verhältnisse in Politik, Wirtschaft, Umwelt und der Gesellschaft legt.
So geschehen mit dem Sampler "Die Verhältnisse rocken - 10 Jahre Attac", zu dem eine ganze Reihe namhafter Bands und Künstler einen Song beigesteuert haben. Und die meisten haben es auch nicht dabei belassen, irgendeinen x-beliebigen Track aus der aktuellen Album-Rotation zu fischen: Nein, die 15 Songs sind zumeist bisher unveröffentlichte oder in exklusiven Versionen oder Remixes bereitgestellte Stücke der einzelnen Beteiligten. So haben es sich z. B. die Sportfreunde Stiller, Spillsbury, Bela B., die Donots, Die Sterne, Jan Delay oder etwa New Model Army nicht nehmen lassen, Attac einen Song zum Jubiläum zu schenken und vereint auf dem Sampler ein deutliches Zeichen ihrer Unterstützung zu setzen.
Musik hören - und Gutes tun. Oder wenigstens darüber nachdenken und sich damit beschäftigen, wie man die Verhältnisse in diesem Land oder der globalisierten Welt noch ändern kann. Das ist die unaufdringliche Motivation und Aussage dieser Compilation, die mit ihrer gelungenen Song-Mischung zum einen extrem gut zu Unterhalten weiß, und auf der anderen Seite vielleicht den ein oder anderen doch dazu veranlasst, seinen Arsch zu bewegen - und die Verhältnisse zu rocken. Dann wäre ja schon einiges erreicht.

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