Warum nicht gleich so: Der Stadtrat der mittelfränkischen Stadt Wassertrüdingen hat in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit quer durch alle Parteien gegen die 55 Meter hohe Christus-Statue auf dem Hesselberg gestimmt. Stein des Anstoßes für das Kippen des Stadtrats waren die Vorbehalte der beiden Kirchen gegenüber des gigantomanischen Projekts.
Und was bleibt am Ende? Eine krude Idee mit der die Investorengruppe gerüchteweise schon bei der nächsten willigen Gemeinde anklopft, eine herzerfrischende Diskussion und einige Kommunalpolitiker, die sich eine blutige Nase geholt haben. Das sollte allen eine Lehre sein und diese leidige Projekt hoffentlich endgültig begraben. Eine gesunde Stadtentwicklung sieht eben doch anders aus.
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Dienstag, 10. März 2009
Freitag, 20. Februar 2009
Verkauf der Heimat? Eine 55 Meter Christus-Statue in Mittelfranken
Unglaublich, aber wahr: Der kleine Ort Wassertrüdingen in Mittelfranken beabsichtigt tatsächlich eine ca. 55 Meter hohe Christus-Statue als "Touristen-Magnet" an einer Anhöhe aufzustellen. Assoziationen mit der Christus-Statue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro werden da unvermeidlich - und schon der Vergleich mit der Millionenmetropole Brasiliens konterkariert und verbietet eigentlich diese gigantomane, naive Planung. Wortspiele mit dem Namen des Bürgermeisters Günther Babel liegen da auch nicht fern, obwohl er immerhin die Meinung vertritt, dass "die Christus-Figur (...) theologisch gut begleitet werden (muss)" . Warum aber eine 6000-Seelen-Gemeinde tatsächlich meint, durch ein konstruiertes "achtes Weltwunder" ihre eigene wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Identität zugunsten einer Investoren-Blase vollkommen in Frage zu stellen und - in letzter Konsequenz - in ihrer Existenz zu gefährden, bleibt dem am Boden gebliebenen ungläubig staunenden Franken verschlossen.
Auch die Tasache, dass der Investor mit diesem "Projekt" in anderen Kommunen schon abgeblitzt und auf berechtigten Widerstand gestoßen ist, sollte den verantwortlichen Wassertrüdigern zumindest zu denken geben. Immerhin ist die Gemeinde mit der Taktik, das Projekt bis zur entscheidenden, nicht-öffentlichen Ratssitzung geheim zu halten, scheinbar gut gefahren.
Wer auf Gedeih und Verderb versucht, ein Alleinstellungsmerkmal - und damit ein Marketingfaktor - für seine Gemeinde zu finden, der sollte nicht auf eine konstruierte Amerikanisierung des Landschaftsbildes setzen, sondern aus der Historie die wahre Identität des Ortes herausstellen und fördern.
Dem fast schon paranoid wirkenden Drang ländlicher Bereiche nach Übernachtungszahlen und Arbeitsplätzen scheinen heutzutage wohl viele zu schnell zu erliegen - und es wäre tatsächlich ein Wunder [sic!], wenn der Christus-Koloss dieses in Wassertrüdingen bewirken sollte. Den Vorwurf des "Verkaufs der Heimat", wie er von einigen Gegnern formuliert wurde, müssen sich die Befürworter aber gefallen lassen - ganz unabhängig von jeder religiösen Diskussion.
Auch die Tasache, dass der Investor mit diesem "Projekt" in anderen Kommunen schon abgeblitzt und auf berechtigten Widerstand gestoßen ist, sollte den verantwortlichen Wassertrüdigern zumindest zu denken geben. Immerhin ist die Gemeinde mit der Taktik, das Projekt bis zur entscheidenden, nicht-öffentlichen Ratssitzung geheim zu halten, scheinbar gut gefahren.
Wer auf Gedeih und Verderb versucht, ein Alleinstellungsmerkmal - und damit ein Marketingfaktor - für seine Gemeinde zu finden, der sollte nicht auf eine konstruierte Amerikanisierung des Landschaftsbildes setzen, sondern aus der Historie die wahre Identität des Ortes herausstellen und fördern.
Dem fast schon paranoid wirkenden Drang ländlicher Bereiche nach Übernachtungszahlen und Arbeitsplätzen scheinen heutzutage wohl viele zu schnell zu erliegen - und es wäre tatsächlich ein Wunder [sic!], wenn der Christus-Koloss dieses in Wassertrüdingen bewirken sollte. Den Vorwurf des "Verkaufs der Heimat", wie er von einigen Gegnern formuliert wurde, müssen sich die Befürworter aber gefallen lassen - ganz unabhängig von jeder religiösen Diskussion.
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