Sonntag, 9. August 2009

Review: Frank Turner - The First Three Years (CD)

Gunner Records / Broken Silence

Als sich im Jahr 2005 seine Post-Hardcore-Band Million Dead auflöste, war für Frank Turner eines klar: Weiter Musik machen, am besten gleich alleine - dann spart er sich nämlich den Stress mit der neuen Band-Findung. Gesagt, getan. Gut vier Jahre später kann Frank Turner als Singer/Songwriter auf ein beträchtliches Output zurückblicken: Bis heute hat der Brite zwei Alben und zwei EP´s veröffentlicht, die hierzulande leider etwas untergegangen bzw. nur über Import zu erhalten sind.
Das sollte sich aber bald ändern, denn Frank Turner ist so etwas wie der Geheimtipp überhaupt, hat er sich doch während Tours mit The Gaslight Anthem oder Chuck Ragan einen guten Namen machen können - von den Southside/Hurricane-Auftritten mal ganz zu schweigen. Grund genug für Epitaph das zweite Album "Love, Ire & Songs" in Europa als Re-Release zu veröffentlichen und die dritte Scheibe "Poetry Of The Deed" für September anzukündigen.
In welcher Beziehung die aktuelle Veröffentlichung "The First Three Years" dabei steht, klärt sich ja schon durch dessen Titel: Die 23 (!) Songs sind eine Zusammenstellung aus den letzten drei Schaffensjahren des wohl unermüdlichen Songschreibers Frank Turner. Dazu gibt es also rare B-Seiten-Tracks, Demo- und Coversongs, die nur auf dieser Compilation zu finden sind. Musikalisch schlägt Turner dabei in die momentan sehr beliebte Kerbe des Punkrock-abtrünnigen Singer/Songwriters, der sein Herz an die Folk- und Country-Songs des staubigen Amerikas verloren hat. Zurückgefahrene, melodische Songs voller Herzblut, Melancholie und Fernweh. Und tatsächlich ist die übervolle Scheibe "The First Three Years" eine gelungene Leistungsschau Turner´s, auch wenn man bei der Song-Dichte auf Coverversionen "You Are My Sunshine" oder "Dancing Queen" gut und gerne hätte verzichten können. Die braucht es doch gar nicht. Und das etwas lieblose Cover-Artwork wird zumindest durch ein paar persönliche Worte im Booklet aufgefangen.
Abgesehen davon funktioniert Frank Turner am besten, wenn er mit seinen eindringlichen Vocals Tempo, Atmosphäre und eine Spannung aufbaut, die sich zum Ende eines jeden Songs immer zu steigern scheint, um sich am Ende gerne mal in brechender Stimme zu entladen. Nicht immer melancholisch, mal rockig, gerne auch beschwingt und positiv, macht der Hörer auf "The First Three Years" eine gelungene Reise durch die musikalische Welt von Frank Turner. Da darf man umso mehr auf sein drittes Album gespannt sein - und hoffen, dass er endlich die Anerkennung bekommt, die ihm bei der Leistung gebührt.

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