Dienstag, 19. Januar 2010

Review: Eels - End Times (CD)

(Vagrant Records / Cooperative Music)

Irgendwie komisch, dass die Eels - oder vielmehr deren Mastermind Mark Oliver Everett (Pseudonym: E) - bis dato keine größere Rolle in meinem musikalischen Umgriff eingenommen haben. Zumindest mit dem neuen Album „End Times“ sollte dieses Manko behoben sein, liefert der irgendwie immer etwas mitteilungsbedürftig wirkende Musiknerd damit doch ein Konzeptalbum ab, wie es im Buche steht.
Schon allein der Titel des Nachfolgealbums zu „Hombre Lobo“ (2009) beschreibt all jenes, was auf den Hörer in den folgenden 13 Tracks an apokalyptischer Atmosphäre, Stimmung und Szenarien einströmt und gefangen nimmt. Zurückgefahren und mit betont-ruhiger Stimme seziert Everett sein Leben und bereitet es als exhibitionistisches bis zuweilen selbsttherapeutisch wirkendes Psychogramm vor dem Hörer auf. Ohne unnötige Verklausulierungen verarbeitet er hier in bester Singer/Songwriter-Art das Ende seiner Beziehung, seine Scheidung und die in sich zusammengebrochene Gefühlswelt.
Aber nicht etwa wie Dennis Lyxzén mit seiner Lost Patrol Band bei den „Songs About Running Away“ in Form einer reflexartig emotionsgeladenen Studiosession in Schnellschuss-Manier, oder gekonnt atmosphärisch konstruiert und ruiniert wie das Beck´sche „Sea Change“ - nein, viel einfacher: Fatalistisch, deprimiert und konsequent pessimistisch textend singt sich "E" die Sorgen und Wunden von der Seele. Gekonnt in Szene gesetzt von allerlei Begleitinstrumentierung, beweisen die Eels einmal mehr ihr musikalische Vielseitigkeit, wirkt ihre Diskographie doch fast wie eine Themen-hopping-artig inspirierte Reaktion auf akuten Verarbeitungsstau innerhalb der Band. Wenn das Ergebnis wie auf „End Times“ klingt, kann so was traurig und schön zu gleich sein.

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